Seehafer gut für Seehofers Seele

Der Ministerpräsident im Kloster Waldsassen

Ministerpräsident und Gattin begeistert vom Kloster Waldsassen - Paradiesische Entspannung
Waldsassen. Ein kleines Grüppchen von Leuten steht um den Feuerkorb im Klosterpfortenhof herum. Die einzige Wärmequelle bei minus zwei Grad Celsius und eisigem Ostwind um 5.15 Uhr am Ostermorgen. Darunter Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Ehefrau Karin. Auch ihnen steckt die Kälte in den Knochen.

"Frohe Ostern" wünschte Äbtissin Laetita Fech den prominenten Gästen. Vier Tage weilte das Ehepaar Seehofer unter ihrem Dach.
Salesianer-Pater Benedikt Leitmayr aus Fockenfeld segnet das Feuer und bereitet die Osterkerze. Über den Zugang zur Aula zieht die Lichterprozession in die Klosterkirche und feiert dort über zwei Stunden die Osternacht. Von Gründonnerstag bis Ostersonntag haben Horst und Karin Seehofer Auszeit im Waldsassener Zisterzienserinnenkloster genossen. Exklusiv erzählte der Ministerpräsident dem "Neuen Tag" seine Eindrücke während der vier Tage.

Rummel vermeiden
Um 15 Uhr rollt die Limousine mit den Seehofers am Donnerstag an und verschwindet diskret durch den Hintereingang des großen Komplexes. Der Ministerpräsident will Rummel vermeiden, will nach turbulenten Wochen im Politzirkus entschleunigen, will mit Stille und Geborgenheit die Akkus wieder aufladen. Das Mobiltelefon schaltet er aus, benutzt es nur einmal in den vier Tagen: "Eine Sache die keinen Aufschub duldete". "Ora satt, labora nix", wandelt er das Zisterzienser-Motto "ora et labora" (bete und arbeite) für sich ab. Das Ehepaar nimmt an Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet, den täglichen Gottesdiensten in der Klosterkirche teil. Schnell kann Horst Seehofer abschalten, quasi einen Schalter umlegen und sich neuen Begebenheiten anpassen. In einem Gästezimmer innerhalb der Abtei finden die Seehofers die Ruhe, die sie suchen.

Schlafen und lesen
"Einfach schlafen, wenn einem danach ist oder in einem guten Buch lesen, das sind die Dinge, die der Ministerpräsident schätzt. Die guten Bücher sind während der Klausur das "Neue Testament" und die Biografie des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe - "Mein Leben ein einzig Abenteuer" vom Fast-Namensvetter Klaus Seehafer.

Literarisch wie praktisch hält sich Gattin Karin an die Empfehlung des Schriftstellers Andrew Matthews: "Tu, was dir am Herzen liegt" und geniest Spaziergänge im Naturerlebnis- und im Klostergarten. Im Vorjahr lud Äbtissin Laetitia Fech bei den Abschlussfeierlichkeiten zur Klostersanierung den Ministerpräsidenten zu einer Auszeit ins Kloster ein.

"Das waren vier Tage mit zahlreichen kostbaren Eindrücken und Erlebnissen. Da werden wir noch Wochen brauchen, um das alles zu verarbeiten. Im Kloster Waldsassen fühlt man sich sofort geborgen." Beeindruckt habe ihn der Konvent, der auf der einen Seite mit einer unbeschreiblichen Konsequenz in der Überzeugung verwurzelt sei, aber auf der anderen Seite das Leben mit Leichtigkeit und Freude meistere. Horst Seehofer ist kein Neuling was Klosterleben betrifft. Im Benediktinerkloster Plankstetten bei Berching hat er schon des öfteren neue Kraft geschöpft. Ein Vortrag von Abt Gregor Maria Hanke, seit 2006 Bischof von Eichstätt, in einer Bank, habe ihn gefesselt. Damals war Seehofer Bundesgesundheitsminister und regenerierte sich im Kloster "von der Schlacht mit den Ärzten." Er sei ohnehin kein großer Reisender, den es dauernd hinaus in die Welt drängte. "Wer ständig in der Öffentlichkeit steht und zu jeder Zeit über jegliches Handeln rechenschaftspflichtig ist, hat in der Freizeit Sehnsucht nach dem Gegenteil."

Empfehlung ans Kabinett
"Dann ist es am schönsten im Elternhaus meiner Frau im Altmühltal oder im Kloster. So einen Aufenthalt empfehle ich jedem aus dem Kabinett, man schöpft Kraft für lange Zeit und lernt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Ich fühle mich jetzt sehr kräftig und habe wieder neue Orientierung."

Am Sonntagabend reiste Ministerpräsident Horst Seehofer nach São Paulo zur gemeinsamen Konferenz mit den Regierungschefs der sechs Partnerregionen Bayerns: Georgia (USA), Oberösterreich, Québec (Kanada), São Paulo, Shandong (China) und Westkap (Südafrika).

"Diesmal werden die Vertreter aus Quebec darüber berichten, wie sie die riesigen unberührten Flächen Nordkanadas für die Gewinnung erneuerbarer Energien nutzen wollen. Da sind auch Erkenntnisse für uns drin. Gerade in der Oberpfalz ist das ja auch ein Thema."

Weiterführende Links:

http://www.oberpfalznetz.de/bildergalerien/3202647-157-Tgalerien-P1,1,0.html
http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3202881-126-seehafer_gut_fuer_seehofers_seele,1,0.html
http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3202839-126-vom_stiftland_nach_s%c3%a3o_paulo,1,0.html


Haus St. Joseph

Basilikaplatz 2
95652 Waldsassen

Tel. 09632/92388-0
Fax: 09632/92388-50

info@haus-sankt-joseph.de 

Geschäftsführerin: Äbtissin M. Laetitia Fech OCist.