Jugendvigil – Geistzeit

Die Klosterpforte ist offen

Am 28. Juli 2012 die Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen fand  im Kloster die erste Jugendvigil statt.

Die GEIST-ZEIT begeistert!

Lebensfreude? Aber klar! An die hundert Besucherinnen und Besucher feierten am Pfingstmontag mit, als es im Kloster Waldsassen hieß: GEIST-ZEIT! Bei den hochsommerlichen Temperaturen bewahrheitete sich, was in einem alten Hymus über den Heiligen Geist gesungen wird, nämlich dass er in Hitze Kühlung verschafft – und tatsächlich: die Veranstaltung war einfach erfrischend fröhlich!

Voller Begeisterung sang und spielte die Gruppe „Fontana di Vita“ unter der Leitung von Frau Sonja Heindl und sorgte so für einen tollen musikalischen Rahmen. Die GEIST-ZEIT ist aber nicht dazu da, sich berieseln zu lassen, Engagement ist gefragt! Wer singt, betet schließlich doppelt und so sagen alle, von jung bis alt, kräftig mit. Bei der Lichterprozession durch den Kreuzgang ließ die Akustik der hohen Räume dabei so manchem einen angenehmen Schauer über den Rücken laufen. Sogar ein Kamerateam von OTV war bei der Prozession dabei!

P. Benedikt aus dem Kloster Fockenfeld, der mit seinen Mitschwestern aus dem Kloster Waldsassen die GEIST-ZEIT gestaltete, erzählte in seiner Predigt von seinem letzten (Alb?)Traum, in dem von ihm anstelle des Führerscheines der Taufschein gefordert wurde und machte allen Besucherinnen und Besuchern Mut, den Alltag nicht ohne „Vitamin G“, den Heiligen Geist, zu meistern. Danach führte die gestaltete Anbetung in einen Raum der Stille und des gemeinsamen Gebetes hinein, in dem jede und jeder einfach einmal DASEIN darf, ohne etwas tun oder leisten zu müssen.

Im Anschluss an den geistlichen Teil kam auch das körperliche Wohl nicht zu kurz: so wohltuend und erfrischend wie die GEIST-ZEIT selbst war auch der Eistee, den sich alle Gäste danach auf der Terrasse des Gästehauses St. Joseph schmecken ließen! Fröhliche Gespräche und nette Begegnungen ergaben sich da, Gelegenheit um mit den jungen Schwestern zu plaudern und natürlich um die alles entscheidende Frage zu stellen: Wann ist die nächste GEIST-ZEIT? Am 30. November!!

Jugendvigil – Geistzeit
Die Klosterpforte ist offen

Am 28. Juli 2012 die Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen fand  im Kloster die erste Jugendvigil statt! 
„Porta Patet-Magis Cor“ – so lautet ein alter Zisterzienserspruch – 
„Die Klosterpforte ist offen - noch mehr unsere Herzen!“ – wir freuen uns auf alle die kommen!

Weitere Termine:

  • 12.07.2014 Jugendwallfahrt nach Waldsassen
  • 20.10.2014 Nacht der Lichter in Fockenfeld
  • 30.11.2014 Jugendvigil im Kloster Waldsassen
  • 15.12.2014 Friedenslicht

Voraussetzungen zu einem Eintritt?

Wen die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Frage der Suche nach GOTT nicht loslässt;

  • Wer spürt er möchte radikaler für IHN leben,
  • Wem Gebet und Gottesdienst Freude bereiten,
  • Wer von der Konsum-, Leistungs-, und Genusswelt unserer Zeit Abstand nehmen will, um in sich mehr Raum für GOTT zu schaffen,
  • Wer ein Leben in Verborgenheit und Gemeinschaft liebt,
  • Wer bereit ist sein Leben täglich neu mit GOTT zu beginnen,
  • Wer sich gerne an einen Ort, ein Kloster binden möchte,

...der könnte eine Berufung zur Zisterzienserin in sich tragen!

Nach ersten Kontakten, Besuchen und Gesprächen kann im Laufe einer geistlichen, persönlichen Begleitung die Sehnsucht wachsen, sich einer Gemeinschaft anzuschließen. Es kann dann die sog. Kandidatur / Postulat beginnen, wo die junge Frau und die Gemeinschaft prüfen können, ob eine echte Berufung vorliegt.


Vorrausetzungen zu einem Eintritt in Waldsassen sind:

  • eine gewisse religiöse Praxis im christlichen Glauben der röm./kath. Kirche
  • Volljährigkeit, d.h. Mindestalter 18 Jahre
  • Gesundheit an Leib, Seele und Geist
  • Geschlossene Berufsausbildung, womöglich auch Berufserfahrung (wobei auch andere Wege nicht ausgeschlossen und in persönlichem Gespräch abzuklären sind)
  • Evtl. kirchenrechtliche Hindernisse sind vor dem Eintritt zu klären (wie Heirat/ Scheidung etc.)
  • In Ausnahmefällen —die aber einer besonderen Klärung bedürfen— ist auch ein Eintritt jenseits der 40 Jahre möglich, wenn eine echte Berufung vorliegt. 
  • Was ist Berufung?

Berufung ist ein Hören und Antworten auf Gottes Stimme.

Berufung heißt, immer besser zu hören, dass Gott
zu mir sagt: "Ich kenne Dich! Ich weiß um Dich!
Du bist mein geliebtes Kind! Ich habe einen Plan
der Liebe für Dich. In Dir schlummern viele
Anlagen und Gaben. Entwickle sie und Dich unter
meinem Zuspruch, aber auch unter meinem
Anspruch. Denn ich brauche Dich und Deine
Gaben! Du bist berufen, auf dieser Erde etwas zu
tun, was außer Dir kein anderer tun kann!"
Den so gerufenen Menschen drängt es, Gott eine
Antwort der Liebe zu geben.

Gott ruft uns mit der Sehnsucht unseres
Herzens.

Berufung ist die Einladung Gottes, mich nach dem
Bild, das Er von mir hat, zu entwickeln. Sie ist
einzig, einmalig und unwiederholbar, weil Gott in
mich, in sein geliebtes Geschöpf diese einzigartige
Berufung gelegt hat. Im Hören auf die Sehnsucht
meines Herzens finde ich meinen Namen und
meine Identität.

Die Berufung in die Gottesbeziehung ist wie ein
Weckruf, ein "(Aufer-)weckungsruf", der immer
hellhöriger auf Gott hin werden lässt. Auf diesem
Weg erfährt sich ein Christ immer mehr persönlich
bei seinem Namen gerufen und zu seiner persönlichen
Antwort herausgerufen.

Ich kann Gottes Stimme erkennen...
... in einem Wort, das mich trifft.
... in einem Menschen, der mir begegnet.
... in einer Not, die mich berührt.
... im Hören auf Gottes Wort in der Heiligen Schrift.
... in einem Moment voller Liebe.

Ich spüre, da bin ich gemeint und ich kann nicht
daran vorbei.
Auf das Hören der Stimme Gottes braucht es eine
Antwort und es drängt mich, Gott eine Antwort zu geben.

"Gott ruft jeden, aber jeden mit einer anderen Stimme."
Yves Congar

"Ora et Labora-Tage" - "Atmen holen im Kloster"

Unsere Zisterzienserinnen-Abtei war im Mittelalter und in der Barockzeit ein Kulturzentrum, in dem gebetet und gearbeitet, studiert und gelehrt, gepredigt und geschrieben wurde. Heute hat sich hier erneut ein spiritueller Ort entwickelt, an dem Frauen zu sich und zu Ihren Wurzeln kommen können, um Ihr Leben aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können und zu ordnen. Sie können hier Gott wieder entdecken oder persönliche Glaubenserfahrungen in unserer klösterlichen Gemeinschaft machen. Wir haben unsere Klosterpforte für alle Interessierte geöffnet, um Ihnen die Möglichkeit zu bieten, in den "immerwährenden Wellenschlag eines Klosteralltag  einzutauchen", zu erfahren und zu erspüren, was es heißt, wenn die Arbeit durch das Gebet geheiligt wird und sich somit Dinge und Probleme von einer anderen Seite zeigen und "mit GOTT zu lösen beginnen". Von Juni bis September bieten wir Ihnen gezielte Wochenenden, Tage und Wochen bei uns im Kloster an – wo sie täglich, oder nach Absprache im Klostergarten mitarbeiten können. Über Preise und Unterkunft beraten wir Sie gerne individuell.

Es besteht jederzeit Möglichkeit zur Teilnahme am Chorgebet der Schwestern.

Postulat/ Kanditatur

Diese Zeit ist geprägt von ersten Erfahrungen des Mitlebens im konkreten Klosteralltag und dauert mindestens ein Jahr.

Am 25. März 2014, dem Hochfest „Mariä Verkündigung“, zugleich Professtag unserer Mt. M. Laetitia, erlebten wir als kleine Gemeinschaft eine tiefe Freude. Frau Lisa-Katharina Lagall  (21Jahre alt, aus Kapsweyer/ Rheinland-Pfalz - der „Toskana Deutschlands“ ) – bat um Aufnahme in das Postulat unserer Zisterzienserinnenabtei-Waldsassen.  Nach 3 Semestern Theologiestudium in Mainz entdeckte sie ihre kontemplativ/zisterziensische Berufung und möchte dieser nachspüren, ob sie tragfähig genug ist, für ein Leben in Ganzhingabe an den HERRN. Wir freuen uns über das Geschenk dieser hoffnungsvollen, jungen Frau und wünschen ihr, dass sie sich in unserer Gemeinschaft immer wohler fühlt und bei uns bleiben will.

"Kloster auf Zeit"

Wir bieten als Gemeinschaft "Kloster auf Zeit" für jede junge Frau, die sich für unser Leben interessiert, gleichgültig, ob sie in Ausbildung oder im Beruf steht, d. h. sie kann mitbeten, mitarbeiten, außerhalb der Klausur.

Es ist auch möglich, "Tage der Stille" bei uns zu verbringen, um neue Kraft für den Alltag zu schöpfen!

Noviziat

Die eigentliche Ausbildung im Kloster, das Noviziat, beginnt mit der Einkleidung.

Dabei erhält die junge Frau das weiße Ordenskleid und meist einen neuen Namen, - als Zeichen dafür dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt-, der aber in Fortsetzung der bereits erhaltenen Taufgnade steht. Die Taufberufung bleibt der Wurzelboden jeder weiteren Berufung.

Der regelmäßige Noviziatsunterricht beinhaltet folgende Themenbereiche:

  • Regel des Hl. Benedikt / Ordensspiritualität / Patristik
  • Vertiefung der lateinischen Sprache, entsprechend der Vorbildung
  • Psalmen
  • Einführung in die Heilige Schrift
  • Theologie
  • Die Sakramente der Kirche und die Grundwerte unseres Glaubens
  • Kirchengeschichte, Ordensgeschichte und Ordensspiritualität
  • Ideale unserer Ordensväter und -mütter
  • Gregorianischer Zisterzienserchoral in Theorie und Praxis
  • Stimmbildung
  • usw.
  •  

Jede Schwester bekommt in dieser Zeit eine geistliche Begleitung und persönliche Orientierungshilfen. Die Novizin wächst somit tiefer hinein in ihre ganz persönliche Beziehung und Liebe zu JESUS CHRISTUS, von der her letztlich allein die Berufung getragen wird und Bestand haben wird. Die Zisterzienserin und die Gemeinschaft müssen prüfen, ob sie den richtigen Weg im Kloster gefunden hat.

Entscheidungskriterien hierfür findet man z.B. in der Benediktregel (58, 7):

"Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen..."
 

"Dennoch gibt es Hartes und Schweres auf dem Weg zu Gott"  (RB 58,8), aber die Zisterzienserin darf, wenn sie bereit ist, notwendige Verzichte hinzunehmen zugunsten höherer Werte, hoffen was Benedikt am Ende seines Prologes (49.50) in Aussicht stellt:

"Wer aber im klösterlichen Leben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft -in unsagbarem Glück der Liebe- den Weg der Gebote Gottes. Darum wollen wir uns seiner Unterweisung niemals entziehen und in seiner Lehre im Kloster ausharren bis zum Tod." (Prolog)

Zeitliche Profess - Gelübde auf 3 Jahre

Nach Verlauf des Noviziates von mindestens 1 Jahr, wenn sich die junge Schwester bestärkt fühlt in ihrer Berufung und die klösterliche Gemeinschaft mit ihr diesen Eindruck teilt, kann sie für 3 Jahre ihre Zeitlichen Gelübde ablegen.

Dadurch wird ihre Bindung an JESUS CHRISTUS tiefer und fester; in den nun folgenden drei Jahren soll die Jungprofessin zu immer größerer Eigenverantwortlichkeit durch Zuteilung einer Arbeitsaufgabe in der Gemeinschaft heranwachsen und so zu einem vollen Mitglied werden. Durch das treue Einüben ins

  • gemeinschaftliche Gebet
  • persönliche Gebet
  • in die geistliche Lesung
  • in die Meditation und Anbetung
  • und Übung in das das gemeinschaftlichen Miteinander

Soll ihre Berufung zur tiefen Sehnsucht der Ganzhingabe in der Ewigen Profess heranreifen.

Feierliche Profess

Der große Tag des feierlichen Gelübdes

In der Feierlichen Profess, welche normalerweise drei Jahre nach Ablegung der zeitlichen Gelübde erfolgt, bindet sich eine Zisterzienserin endgültig an GOTT und an die Klostergemeinschaft.

Dieser große Tag der Feierlichen Gelübde ist mit dem Tag der Hochzeit vergleichbar! Die Jungprofessin legt, in der Gegenwart Gottes und der Gemeinde, ihre klösterlichen Gelübde ab in einem öffentlichen Gottesdienst :

Vor dem Vaterabt der Abtei, als Vertreter der Kirche und der Kongregation in die Hände der amtierenden Äbtissin, als Vertreterin der Abtei und zwar in benediktinischer Tradition die

"Trias" (= 3 klösterlichen Gelübde)

  1. "Oboedientia secundum regulam Sancti Patris Nostri Benedicti"
    (= Gehorsam nach der Regel unseres Hl. Vaters Benedikt), was auch die Entschlossenheit nach den Evangelischen Räten zu leben in sich birgt. Durch das Gelübde des Gehorsams verspricht die Zisterzienserin, offen zu sein für Gott und Ihre Mitschwestern in der Klostergemeinschaft.
    Gemäß der Benediktregel (RB 71/1+2) soll der Gehorsam nicht nur der Äbtissin gegenüber geleistet werden; die Ordensschwestern sollen sich auch gegenseitig gehorchen, damit sie auf dem Weg des Gehorsams zu Gott finden.
  2. "Conversatio morum"
    (= die Lebensweise, die der monastischen Berufung, also dem Gelöbnis der beständigen Umkehr entspricht;) d.h. die Ordensschwester soll eine von der weltlichen Lebensweise Bekehrte sein, die nun die monastische Lebensweise als neues Leben beginnt; diese neue Lebensweise wird sie zur inneren Bekehrung, zur Bekehrung des Herzens führen, die der ganze Sinn und Zweck des neuen äußeren Lebens ist. Es geht um Bekehrung um einer größeren LIEBE willen, die im Evangelium verankert ist.
  3. "Stabilitas Loci"
    (= durch das Gelübde der Beständigkeit verpflichtet sich die Schwester, ihr ganzes Leben hindurch bis zum Tod in der Klostergemeinschaft zu bleiben, in der sie die Profess abelegt hat.) 
    Es geht um das Bleiben in dieser Gemeinschaft, und um die lebenslange Treue der Mitglieder der klösterlichen Gemeinschaft zueinander.

 

An diesem großen Tag schenkt sie ihr ganzes Leben GOTT und empfängt in Gegenwart der Gemeinde, die als Zeuge anwesend ist, den besonderen Segen GOTTES und der Kirche.

Unsere Abtei Waldsassen Profess


Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen

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