Aktuelles

Scheckübergabe Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Seminarprogramm: Das Ruhegebet

"Bei der enormen Reizüberflutung, der wir ständig ausgesetzt sind, muss zur Ruhe der Nacht eine weitere, geistige Erfahrung der Stille kommen, damit wir nicht krank werden. Es muss Zeiten der Stille und des Schweigens geben, in denen wir uns von allem Sichtbaren und Hörbaren lösen und uns dem „Unsichtbaren“ zuwenden. Wenn wir unser Leben entsprechend einrichten, werden wir von dem Zuviel und der damit verbundenen Dunkelheit befreit, so dass uns das Licht, Christus, einleuchten kann. Möchten wir, dass unsere Innerlichkeit schneller zur Entfaltung kommt und mehr aus unserer Mitte leben, so ist es ratsam, sich wiederholt in die Stille zurückzuziehen. Dies kann durch das Ruhegebet geschehen. Wenn Jesus immer wieder in die Einsamkeit ging, um im Gebet mit seinem himmlischen Vater allein zu sein, um

Johannes Cassian (360 – 435) wie viel mehr haben wir es nötig, das Eine, die Stille, immer wieder dem Vielen vorzuziehen?

(Pfr. Dr. Peter Dyckhoff)

 

Das Ruhegebet geht auf die Wüstenväter und -mütter der ersten christlichen Jahrhunderte zurück, vornehmlich auf Johannes Cassian.

Termine: neuer Termin: 22.8.2018 - 25.8.2018 (Einübung in das Ruhegebet)

Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen

Basiliksaplatz 2, 95652 Waldsassen

Kursleitung:

M. Laetitia Fech OCist. -Äbtissin-

Lehrende des Ruhegebetes

Kursgebühr (inkl. Buch, DVD und Kursmaterial): 50,00 EUR

Umlage/Tagungskosten: 20,00 EUR

Übernachtungen im geistlich/gastlichen Gästehaus St. Joseph (www.haus-sankt-joseph.de)

inkl. Kloster-Vollpension: 199,00 im geistlich-gastlichen Gästehaus St. Joseph:

Verbindliche Anmeldungen bis 4 Wochen vor Kursbeginn bei:

M. Laetitia Fech OCist., Basilikaplatz 2, 95652 Waldsassen

Tel: 09632/92000 – E-Mail: ruhegebet@abtei-waldsassen.de

Bayerische Verfassungsmedaille in Gold für Äbtissin Laetitia Fech

Die Äbtissin des Klosters Waldsassen, Laetitia Fech (links), ist von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold ausgezeichnet worden. Fech habe das Kloster in den nun 20 Jahren ihres Wirken aus einer existenziell schwierigen Lage wieder auf eine tragfähige Basis gestellt, erklärte Stamm. "Es ist der herausragenden Leistung von Schwester Laetitia zu verdanken, dass sich das Kloster Waldsassen heute in einem modernen, zukunftsorientierten Gewand präsentiert und zuversichtlich nach vorne schauen kann."

Weiterlesen:
http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4818799-100-bayerische-verfassungsmedaille-in-gold-fuer-aebtissin-laetitia-fech,1,0.html

Förderkreis mit neuer Broschüre

Waldsassen. (kgg) "Großes Geld" wäre nicht mehr nötig, sagte Förderkreis-Vorsitzende Monika Hohlmeier. Was nicht heißen soll, dass die Klosterfreunde ihre Arbeiten einstellen. Der Verein hilft weiterhin. Doch dafür sind neue Mitglieder nötig.

Mit dem Kloster in die Zukunft - mit diesem Slogan des wirbt der Förderverein Freunde des Klosters Waldsassen um weitere Unterstützer. Bei der Jahreshauptversammlung am Samstag (wir berichteten), die mit eingebunden war in das erste "deutsch-italienische Freundschaftstreffen", ist die Informationsbroschüre vorgestellt worden.

Bei den Neuwahlen ist die Vereinsführung um Vorsitzende Monika Holmeier um weitere drei Jahre im Amt bestätigt worden. Seit dem Jahrestreffen 2013 den 22 Neueintritten 10 Austritte gegenüber, 14 Personen sind verstorben. Der Förderverein zählt 534 Mitglieder. Monika Hohlmeier will sich, wie sie sagte, beim Bayerischen Rundfunk darum bemühen, dass wieder ein Benefizkonzert in Waldsassen stattfinden kann.

Schatzmeister Hans Grillmeier gab einen Überblick über die finanzielle Seite des Fördervereins. Oskar Sommer und Bruno Salomon bescheinigten korrekte Arbeit.

Bei den unter Leitung von Martin Rosner durchgeführten Neuwahlen bestätigten die Mitglieder Hohlmeier als Vorsitzende und Bürgermeister Bernd Sommer als Stellvertreter. Schriftführer bleibt Karl-Hans Hofmann, Schatzmeister Hans Grillmeier. Beisitzer sind Annette Spreitzer-Hochberger, Dr. Peter Deml und Ludwig Spreitzer. Die Kasse prüfen Oskar Sommer und Bruno Salomon.

Spezialführung in der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen

Spezialführung in drei Sprachen
Waldsassen. (kgg) Aus eigenem Antrieb wollten die Asylbewerber die Kulturgüter der Klosterstadt näher kennenlernen. Bei der Führung wurde kurzerhand ins Englische und Arabische übersetzt. Die Äbtissin bekam Blumen und revanchierte sich mit einem besonderen Geschenk.
Sie waren rundweg fasziniert, die derzeit hier lebenden Asylbewerber bei ihrem Besuch des weltweit bekannten Bibliotheksaals der Abtei. Der Vorschlag, direkte Bekanntschaft mit den Kulturgütern zu machen, war von den Asylbewerbern, die eifrig an Sprachkursen teilnehmen, selber gekommen, sagte Ludwig Spreitzer am Dienstag. Erstes Ziel war der Bibliothekssaal. Äbtissin Laetitia Fech habe sich spontan bereiterklärt, die Führung persönlich zu übernehmen, freute sich Spreitzer.

Schon beim Betreten des Raumes war das Staunen groß. "Fantastic", "great", "impressing" - so lauteten die Ausrufe der englischsprachigen Teilnehmer. "Ich freue mich, dass ihr hier bei uns seid, hier im Herzen des Stiftlandes", sagte die Äbtissin in ihren herzlichen Begrüßungsworten. Sie wünschte den Asylbewerbern, dass sie hier ein Stück Heimat finden mögen. Bei der anschließenden Führung waren die Sprachhürden fast kein Problem: Ludwig Spreitzer übersetzte das Deutsch der Äbtissin ins Englische, das wiederum durch Aram Karao für arabische Ohren verständlich wurde.

Wenn es auch bei den zahlreichen architektonischen Fachausdrücken zu manchen Komplikationen kam, wurde alles mit Bravour gemeistert. Die Besucher quittierten dies mit Applaus. Aram Karao bedankte sich in deutscher Sprache im Namen aller Asylbewerber bei Äbtissin Laetitia Fech für die schöne Führung.

"Wir alle sind beeindruckt von den Kulturgütern hier in Waldsassen", sagte der Sprecher und überreichte der Kloster-Chefin unter Applaus einen Blumenstrauß. Ein weiterer Asylbewerber schloss sich mit einer Pflanze im Blumentopf den Dankesworten an. Die Äbtissin war auch nicht mit leeren Händen gekommen. Sie hatte für alle Teilnehmer geweihte Marien-Medaillen mitgebracht, die sie auf ihren weiteren Lebenswegen beschützen sollen.

Homilie von Generalabt Giuseppe-Mauro Lepori OCist.

150 Jahre Zisterzienserinnenkloster Waldsassen

Pontifikalgottesdienst – Zisterziensertag, 17. Mai 2014

Lesungen: Joël 3,1-­3a.5; Matthäus 7,13-­14
 

„Das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal.“ (Mt 7,14)

 

Das  Tor,  der  Weg.  Wahrscheinlich haben  wir  das  gar  nicht  bemerkt, aber  im Grunde genommen ist diese Reihenfolge von Tor und Weg, um zum Leben zu gelangen, eigenartig. Es wäre für uns verständlicher, wenn Jesus den Weg vor dem Tor nennen würde, wenn er also von einem Weg sprechen würde, der zu einem Tor führt, durch das wir ins Leben eintreten. Er spricht aber zuerst von einem Tor und erst danach von einem Weg. Spielt er etwa auf das Geheimnis unserer Geburt an, auf das Verlassen des Mutterschosses und den Beginn unseres Lebensweges? Oder denkt er vielleicht an eine Strasse in einer Stadt, etwa an eine der engen Gassen in Jerusalem, zu der man durch ein Tor in der Stadtmauer gelangt?

 

Wie dem auch sei; ich denke, wir müssen es so verstehen, dass für Jesus das Leben ein Weg ist. Und es gibt ein Tor, durch das wir in dieses Leben eintreten, ein Tor, das den Weg nicht zuschliesst, sondern öffnet, das uns den Zugang zum Weg gibt. Leben ist ein Weg, und zu meinen, man finde leicht den Zugang durch ein grosses, breites Tor, ist eine Illusion. Durch ein grosses, weites Tor geht man praktisch ohne es zu merken. Man kann zerstreut mit den Weggenossen plaudern oder in seine Gedanken vertieft einherschreiten und dabei nicht merken, dass man bereits in die Stadt gekommen ist. Das breite Tor setzt keine Entscheidung voraus, wir müssen nicht einen ausdrücklichen Wunsch verspüren, gerade durch dieses Tor zu gelangen, um einen ganz bestimmten Weg zu gehen. Durch ein enges Tor hingegen  kann  nur  einer  aufs  Mal  hindurchgehen.  Jeder  einzelne  muss  sich bewusst sein und entscheiden, ob er da durch will, und er merkt es, wenn er da durchgeht. Vielleicht muss er sich sogar bücken, damit er nicht mit dem Kopf anstösst, oder den Bauch einziehen, damit er nicht stecken bleibt… Wenn wir wirklich leben wollen, wenn wir wirklich auf das Leben zugehen wollen, müssen wir uns dafür entscheiden; so will es Jesus. Leben ist nicht selbstverständlich. Leben ist nicht ein automatischer oder instinktiver Mechanismus. Es genügt nicht, geboren und noch nicht gestorben zu sein, um wirklich lebendig zu sein. Das gilt ganz besonders für das neue Leben, das ewige Leben, für das Christus auf die Welt gekommen ist, zu welchem er uns berufen hat, zu welchem er uns einlädt, damit wir mit ihm und dank ihm leben.

 

Das ist es, was Jesus zu Nikodemus sagt: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (…) Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von oben geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weisst aber nicht, woher  er  kommt  und  wohin  er  geht.  So  ist  es  mit  jedem,  der  aus  dem  Geist geboren ist. (Joh 3,5-­?8)


Von oben geboren werden, aus Gott geboren werden: Das ist die neue Geburt, das neue Leben, das uns Christus anbietet, damit wir es wählen, so wie wir uns dazu entscheiden, durch ein enges Tor zu gehen, um einen bestimmten Weg zu gehen. In Wirklichkeit ist dieses Tor Christus selbst, wie es uns das Johannesevangelium sagt (vgl. Joh 10,9; 14,6). Jesus ist die Tür, durch welche die Schafe gehen, um den Weg zur Weide zu finden, das heisst, den Weg zum Leben in Fülle.


Wir verstehen jetzt, dass die Tür zum Leben die Begegnung mit Jesus Christus ist, und dass der Weg zum Leben bedeutet, mit Christus zu leben, in seiner Nachfolge zu leben. Christus begegnen und mit Christus gehen, in Gemeinschaft mit Christus leben: Das ist das Tor und der Weg zum wahren Leben. Und das wahre Leben ist das  durch  Christus  erlöste  Leben.  Das  wirklich  lebendige  Leben  ist  nicht  das Leben, das man verliert, das ins Verderben führt, wie Jesus im Evangelium dieser Messe sagt, das heisst, ein Leben, das nicht weiss, wohin es geht, das nicht weiss, mit wem es geht, sondern das Leben, das sich allein von Christus erlösen lässt. Ihn allein allem anderen vorziehen, die einzigartige Begegnung mit ihm, das Gehen mit ihm, das ist das enge Tor und der schmale Weg, der zum Leben in Fülle führt, wenn wir uns dafür entscheiden. Das Tor ist eng und der Weg ist schmal, weil ausschliesslich ein Leben mit Christus, der Weg mit Christus unser Leben retten kann. Das anerkennen verlangt von unserer Freiheit, Christus den Vorzug zu geben, nicht durch andere Tore und andere Wege gehen zu wollen, auch wenn sie uns vorgaukeln, leichter zu sein, auch wenn sie verlockender scheinen.


Diese Entscheidung für das Leben, das nur Jesus Christus uns geben kann, darf uns nicht Angst machen, so als ginge es um eine übermenschliche Forderung. Wenn Jesus sagt, dass nur wenige diesen Weg wählen, bedeutet das nicht, dass nur wenige ihn wählen können. Es heisst vielmehr, dass Gott diese Entscheidung, die einzig aus Liebe Christus den Vorzug gibt, nicht aufzwingen will, auch wenn das Heil unseres Lebens von ihm allein abhängt. Gott sehnt sich nach dieser Liebesentscheidung. Er kommt uns entgegen als Tor und Weg unseres Lebens. Aber er wartet darauf, dass wir uns für ihn entscheiden, dass wir dem Leben, das er uns gibt, dem Leben im Heiligen Geist, in Freiheit zustimmen, wie wir im Credo beten: „Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht. Wenn Jesus sagt, dass sich nur wenige für den schmalen Weg entscheiden, so sagt er das nicht als Richter, der nur eine begrenzte Zahl von Auserwählten zum Leben zulassen will. Er sagt es als der Liebende, der darunter leidet, nicht wieder geliebt zu werden, nur von wenigen geliebt zu sein, nur von wenigen über alles geliebt zu sein.


Es braucht somit Menschen, die verkünden und bezeugen, dass Christus begegnen und ihm folgen, ihm allein, Leben in Fülle ist, eine unvergleichliche Weite des Lebens ist, auch wenn man auf alles andere verzichtet, zumindest wenn man darauf verzichtet, das Heil von etwas anderem zu erwarten.


Das ist die wahre Natur der Prophetengabe, wie sie in der ersten Lesung dieser Jubiläumsfeier  beschrieben  wird.  Normalerweise  hören  wir  diese  Lesung  des Propheten Joël an Pfingsten. Prophet sein – Joël sagt, wir seien alle Propheten, die Alten und die Jungen, die Diener und die Dienerinnen – Prophet sein besteht nicht darin, Träume zu haben oder geheimnisvoll zu reden. Prophet sein heisst den Heiligen Geist aufnehmen, um sich von Jesus Christus erlösen zu lassen: „Jeder aber, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet, denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Rettung sein (Joël 3,5).


Prophet sein ist allen möglich, dieses Charisma wird allen vom Heiligen Geist geschenkt, denn es besteht im erlösten Leben, im Heil, das umsonst geschenkt ist, für das wir nur seinen Namen anrufen, worum wir ihn nur bitten müssen. Prophet ist, wer auf die Sehnsucht Gottes, uns zu erlösen, antwortet. Prophet ist, wer sich erlösen lässt und vor Freude über die Erlösung überfliesst. Diese überfliessende Freude ist ansteckend, sie ist allen angeboten, sie setzt nichts anderes voraus als die Fähigkeit, sich als Sünder zu erkennen, die durch die Barmherzigkeit Gottes erlöst sind. Die grosse Prophezeiung, die alle verkünden können, ist die Freude über die Vergebung unserer Schuld.


So verstehen wir, dass der Weg, den nur wenige wählen, der Weg zurück in das Haus des Vaters ist; dass die Tür diejenige ist, die der Vater bereits geöffnet hat, um uns entgegen zu eilen und in die Arme zu nehmen, damit wir immer bei ihm bleiben als seine geliebten Kinder.


Schon immer wurde das monastische Leben als ein prophetisches Leben verstanden. Der heilige Benedikt war sich dessen bewusst, auch unsere Zisterzienser Väter und Mütter waren sich dessen bewusst. Es ist ein prophetisches Leben von reumütigen Sündern, die in Demut mit dem Herrn ihren Weg  gehen,  damit  jeder  Schritt  des  Lebens  ein  erlöster  Schritt  sei.  Die  Welt braucht diese prophetische Verheissung, die eine bescheidene monastische Gemeinschaft mit der Stille und dem Gebet und mit dem brüderlichen Leben zum Ausdruck bringt. Die gegenseitigen Beziehungen in der Gemeinschaft und die Beziehungen der Gemeinschaft mit allen andern müssen das Bewusstsein wach halten, dass Vergebung und Liebe unter uns Zeichen der Dankbarkeit für die Liebe Gottes sind, der uns immer zuerst verzeiht, der uns zuerst geliebt hat. Die stets aktuelle und neue Prophezeiung ist die Gemeinschaft mit Gott und mit dem Nächsten, ist  die Liebe der Kinder Gottes in Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist. Dieser prophetische Geist erneuert das Pfingstfest und dehnt es aus in Raum und Zeit; er ist die immer notwendige prophetische Verkündigung der ersten christlichen Gemeinde.


Diesen prophetischen Geist der Barmherzigkeit erkennen wir auch im Weg und im Dasein der Gemeinschaft von Waldsassen. Dafür jubeln wir in Dankbarkeit dem Herrn gegenüber!
 

P. Mauro-­Giuseppe Lepori

Generalabt OCist

40. Jahre Köllergrün

 

Jubiläum an Waldsassens Wiege
Weihbischof lobt bei 40. Köllergrün-Fest Zisterzienser als Experten gemeinschaftlichen Lebens

Waldsassen. (kro) So viele Wallfahrer wie schon lange nicht mehr kamen zum Köllergrün-Fest. Grund war das 40. Jubiläum, zu dem der Gerwig-Kreis eingeladen hatte. Die Gläubigen feierten am Samstagabend mit Weihbischof Reinhard Pappenberger den Gottesdienst.

Viele Gläubige waren beim Jubiläumsgottesdienst dabei, auch die Zisterzienserinnen mit Äbtissin Laetitia Fech.

Dabei betonte der Prediger, dass gerade die Zisterzienser Zeugen für den Auferstandenen seien. Die Klostergründer seien aber noch mehr: "Die Zisterzienser sind die Experten des gemeinschaftlichen Lebens", betrachtete Pappenberger die Ordensgemeinschaft als Vorbild und Spiegel für alle Menschen. Denn nichts sei schwieriger, als miteinander zu leben. 
 

Vor dem Festgottesdienst zogen drei Wallfahrergruppen - Gläubige aus Waldsassen, Fuß-Wallfahrer aus Konnersreuth, angeführt von den Firmlingen, sowie die Wallfahrer aus Münchenreuth, die von der Münchenreuther Bauernkapelle begleitet wurden - zur Köllergrün-Gedenkstätte. Dort hieß sie Manfred Brunner, der Vorsitzende des Gerwig-Kreises, willkommen. 


Der Sprecher verwies darauf, dass es sich die Gemeinschaft vor 40 Jahren zur Aufgabe gemacht habe, dieser Gründungsstelle des Stifts Waldsassen wieder einen würdigen Rahmen zu geben. Am 15. September 1974 habe der damalige Weihbischof Vinzenz Guggenberger die Köllergrün-Gedenkstätte eingeweiht. Heute nun stehe die 40. Wallfahrt ohne jede Unterbrechung auf dem Programm. In einem Grußwort freute sich Äbtissin Laetitia Fech über die vielen Freunde Köllergrüns, die mit dieser Wallfahrt ihre Verbundenheit zeigten. Dieser Ort sei der Legende nach die Wiege Waldsassens, die Wurzel des Stiftlandes, auch wenn manche jetzt anderes behaupteten. Die Äbtissin bat, für das Kloster Waldsassen zu beten, damit es immer wieder junge Berufungen gebe und das Kloster mit Leben erfüllt sei. 

In seiner teils launigen Predigt betonte der Weihbischof, dass er lange gebraucht habe, bis er mal nach Köllergrün gekommen sei, obwohl er als Fockenfelder Schüler von Pater Lackner sehr vieles über diesen Ort erfahren habe. Ein Jubiläum sei immer ein Grund, zurückzuschauen. Dies tat er mit einem Zitat von Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe aus der "Italienischen Reise": "In Bayern stößt einem sogleich das Stift Waldsassen entgegen - köstliche Besitztümer der geistlichen Herren, die früher als andere Menschen klug waren." 
 

Gästehaus wie Emmaus


Unsere Zeit stelle heute viele neue, aber auch uralte Fragen. Welche Maßstäbe, welche Werte gelten, wie gehe man miteinander um, was werde man den zukünftigen Generationen überlassen? Dies seien die Fragen von heute. Der Auferstandene suche auch in dieser Generation Zeugen seiner Liebe. Hier in Waldsassen gebe es sie. Das Zisterzienser-Kloster mit seinem Gästehaus sei für die Suchenden so etwas wie Emmaus. Das hätten im vergangenen Jahr auch die bayerischen Bischöfe erfahren, die bei ihrem Treffen hier nächtigten. 

Festlich umrahmt wurde der Wallfahrtsgottesdienst traditionell von der Münchenreuther Bauernkapelle und dem Männergesangverein Waldsassen. 

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4178821-126-jubilaeum_an_waldsassens_wiege,1,0.html

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4172331-126-einst_eremiten_im_eichenhain,1,0.html

Klosterfrauen auf der Bühne

Wandertheater zeichnet die bewegte Geschichte der Waldsassener Abtei seit 1864 nach


Waldsassen. (tr) Gewünscht hat sich das Theaterstück, "Charme hinter Klostermauern", Äbtissin Laetitia Fech. Ludwig Spreitzer ließ sich nicht zweimal bitten und machte sich ans Werk. Den Text dazu hat er in Neuseeland geschrieben. Fünf Szenen beinhaltet das Stück. Fünf Tage brauchte er um die Handlung auszudenken und im Stückbuch zu verewigen.

Die Äbtissin und Schwestern des Konvents haben mehrere Rollen im Stück selbst übernommen und sind als Schauspielerinnen dabei. Eine ganz neue Facette der Klosterfrauen.


Wandertheater

Das Stück ist als sogenanntes Wandertheater angelegt und spielt an verschiedenen Plätzen. Aufgeführt wird es am Freitag, 16. Mai und Montag, 19. Mai jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es kostenlos ab 12. Mai im Haus St. Joseph. Aus Sicherheitsgründen können bei jeder Aufführung, jeweils maximal 70 Zuschauer dabei sein.

Drei Spielorte haben Ludwig Spreitzer und die Äbtissin dafür ausgesucht. Die Handlung beginnt auf der Rathaustreppe. Vier Bürgerinnen (Sigrid Köstler, Regina Keisinger, Inge Zintl und Annette Spreitzer) unterhalten sich darüber, dass es jetzt, im Jahr 1864, endlich wieder aufwärts geht. Die Bahnlinie Eger-Wiesau steht vor der Vollendung. Eine Porzellanfabrik will sich ansiedeln, und die Wiederbesiedlung des Klosters ist im Gespräch.

Bürgermeister Franz Binhack alias Karlheinz Hoyer ("Tschiberl") mischt sich in die Runde und gibt Auskünfte dazu. Hoyer ist der einzige männliche Schauspieler der 26-köpfigen Truppe. Der Rest rekrutiert sich aus den vier genannten Bürgerinnen, Schwestern des Konvents und Schülerinnen der Mädchenrealschule.

Im alten Sudhaus

Ein Jahr nach der Wiederbesiedlung des Klosters als Frauenkloster diskutieren in der zweiten Szene im alten Sudhaus im ehemaligen Mühlenviertel die neu ernannte Priorin und drei Mitschwestern über die Schwierigkeiten des ersten Jahres, das schreckliche bauliche Umfeld und die Hilfsbereitschaft der Waldsassener.

Die drei ehemaligen Äbtissinnen Richmunda, Raphaela und Immaculata blicken im Bibliothekssaal zurück auf den Zeitraum zwischen 1865 bis in die Gegenwart. Höchste Hürden sind überwunden worden, manche Rückschläge waren hinzunehmen. Die drei Ehemaligen würdigen die jetzige Äbtissin, unter der die Abtei wieder eine echte Zukunft hat. In den vergangenen Jahren sind sieben junge Frauen ins Kloster eingetreten. Sophia, Hanna-Maria, Maria-Josepha, Agnes, die Postulantin Lisa-Katharina, Felicitas und Raphaela. Sie erzählen davon, warum sie ins Kloster, und speziell ins Waldsassener gegangen sind.

 

Heiliger Joseph am Telefon

In der fünften Szene bekommen die Zuschauer die Gelegenheit ein fiktives Telefonat der Äbtissin und dem Heiligen Joseph über das rote Telefon zu belauschen. Diesen direkten Draht nach oben nutzt die Klosterchefin in allen Notlagen. Der Heilige ist weder zu sehen noch zu hören. Der Gesprächsstoff erschließt sich aus den Antworten der Äbtissin.

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Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen

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